Glanz-Auftakt für das Team vom SMCÜ bei der Segelbundesliga

Vergangenes Wochenende trugen die 36 besten Segelvereine Deutschlands den ersten Spieltag der Segel Bundesliga-Saison 2020 in Kiel aus. Dem Team vom SMCÜ, Michael Zittlau, Frederik Schaal, Sven Hessberger und Aaron Scherr gelang mit dem zweiten Platz dabei ein Traumstart in die Saison.

 

Unsere Saison 2020 begann mit Absagen: Wegen des Corona-Virus sagten wir unser Frühjahrstraining am Gardasee ab und auch die Regatten der Segelbundesliga mussten verschoben werden. Der Spieltag in Überlingen, auf den wir uns besonders gefreut hatten, ist auf nächstes Jahr verlegt worden. 
Lange war nicht klar ob und wann wir wieder segeln können. Auch der erste Spieltag - zunächst am Chiemsee geplant - wurde dann vier Wochen vor Austragung nach Kiel verlegt, da der Veranstalter dort eine Genehmigung für die Regatta bekam. 

Das Team reiste einen Tag früher nach Kiel an, um zumindest einmal gemeinsam trainieren zu können. Für unseren Skipper Michael war es sogar der erste Segeltag auf der J70 dieses Jahr. Sven und Aaron sind als Vorbereitung das Bodensee Battle in Kreuzlingen gesegelt. “Wir sind wohl noch nie mit so wenig Training zu einem Spieltag gefahren”, sagt Sven, “wir wussten, dass manche Teams genauso wenig trainieren konnten, andere, wie das Team aus Kiel aber sehr viel. Für uns war nicht klar wie groß der Trainingsvorsprung der anderen sein würde”. Vor Ort wurde das Hygienekonzept der Bundesliga umgesetzt. “Aus diesem Grund entfiel auch jegliches Abendprogramm und die geltenden Abstandsregeln mussten zwischen den Teams eingehalten werden. Und während der Shuttle-Fahrten trugen wir eine Maske”, sagt Frederik.
Am Freitag um Punkt 11 Uhr dann das Startsignal der Wettfahrtleitung bei leichtem Wind zwischen 5 und 8 Knoten. Das Team vom SMCÜ startete stabil in den Spieltag und lag nach sechs Flights mit den Ergebnissen 5,1,5,2,1,5 auf einem guten 7. Rang.
“In einigen Situationen hatte die Routine an Bord noch gefehlt”, so Michael, “wir analysierten aber sofort jedes Rennen im Detail und konnte anfängliche Fehler im Bootshandling direkt abstellen und auch die Abstimmung zwischen Taktiker und Steuermann optimieren”, führt er weiter fort.

Am zweiten Tag wehte der Wind erneut leicht mit 5 bis 11 Knoten aus Süden und später aus Osten. Fünf Flights konnten zwischen 10 und 16 Uhr gesegelt werden, in denen das Team vom SMCÜ sensationell auf die Plätze 1,1,1,2, und 4 segelte. “Bei insgesamt leichtem Wind, zogen immer wieder auch mal knackige Böen durchs Feld bei denen wir unser hohes Crewgewicht beim Hängen an der Kreuz voll ausschöpfen konnten. Durch eine gute Taktik und Bootspositionierung nahmen wir die Dreher und die Kanten perfekt mit”, so Aaron. 
Ein besonderes Kunststück gelang im achten Rennen. An Tonne 1 in Führung liegend riss beim Gennaker-Set an der Luvtonne die Klemme des Gennaker-Falls vom Mast ab. “Aaron hatte es geschafft zwei Aluminium-Nieten zu zerbersten”, so Steuermann Michael. “Er hat dann den Druck des prall gefüllten Gennakers auf der ersten und auf der zweiten Vorwind mit der Hand gehalten und gesichert - eine Glanzleistung”, führt Michael weiter aus. “Genau so harmonieren gute Teams: man kann sich in allen Situationen aufeinander verlassen und findet eine Lösung. Trotz des Materialschadens gewannen wir das Rennen. So macht Segeln und Wettkampf Spaß”

Am Sonntag wurden fünf Flights bei erneut 5 bis 10 Knoten aus Süden gesegelt. Das Team vom SMCÜ belegte dabei die Plätze 1,5,4,3 und lag damit vor dem letzten Rennen Punktgleich mit dem Wassersportverein Hemelingen auf dem zweiten Platz. Mit einem Rennsieg im letzten Rennen sicherte sich das Team den zweiten Platz im Gesamtranking knapp vor dem Drittplatzierten - dem Wassersportverein Hemelingen. “Vom Start des letzten Rennens weg waren wir voll fokussiert, alle Manöver, die Taktik, die Kommunikation an Bord liefen hervorragend, wir waren im Flow und wollten gewinnen”, erzählt Sven. “Das war ein genialer Spieltag, der Wind war leicht aber konstant und wir freuen uns riesig über den zweiten Platz”, sagt Frederik.
Gewonnen hat das Team der Segelsportstiftung ONETEAM aus Kiel, welches eine tolle Serie hingelegt hatte und am Ende verdient auf Platz 1 stand. In der 2. Segelbundesliga gewann das Team vom Bodensee Yacht Club Überlingen. Glückwunsch für diesen Erfolg!
Der nächste Spieltag ist am letzten Wochenende im August in Berlin geplant.

Artikel vom Team und Dominik Waibel 
Fotos von Lars Wehrmann / Segelbundesliga