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20.05.2019

Flaute und Warten: Ein Konzentrationspoker in Konstanz

Beim zweiten Segelbundesliga-Spieltag in Konstanz segelte für das Team vom SMCÜ: Michael Zittlau, Niko Mittelmeier, Frederik Schaal und Jan Fritze. Als Kontrast zu Akt 1 in Starnberg vor zwei Wochen gab es diesmal kaum Wind, dafür aber gutes Wetter.

DBSL / Lars Wehrmann

Das Team trainierte am Wochenende und am Tag vor dem Wettkampf in der Konstanzer Bucht, um sich bestmöglich vorzubereiten. Doch ausgerechnet zum Start des Spieltages verließ der Wind den Bodensee.

Freitags regte sich vor Konstanz nicht die leichteste Brise, so dass kein Lauf gesegelt werden konnte. Am Samstagvormittag segelte das Team vom SMCÜ ihr erstes Rennen - mit einen zweiten Platz starteten sie gut in den Spieltag. Doch alsbald hieß es wieder: Startverschiebung an Land, alle Teams legten im Hafen an und warteten. "Wir sind richtig heiß darauf zu segeln", sagt Michael, "die Bootsgeschwindigkeit hat sich gut angefühlt und wir waren mit guter Übersicht und einem klaren Plan unterwegs". Doch es gab nicht genügend Wind, um zu segeln.

Die Bundesliga-Teams starteten stattdessen ein Stand-Up-Paddle Wettbewerb auf großen Paddle-boards. Immer zwei Teams der jeweils 1. und 2. Liga teilten sich ein Board. Mit der viertbesten Zeit hat es aber nicht für das Finale der besten zwei gereicht. Der (Muskel)-Wettkampf war aber eine willkommene Ablenkung nach zähem Warten an Land über den ganzen Tag.

Gerade als der Tag um 19 Uhr vorbei zu sein schien, ließ die Wettfahrtleitung auslaufen und mit einem Windhauch um 4 Knoten aus West bis Nord konnte das Team vom SMCÜ zwei weitere Rennen segeln. Leider liefen beide Rennen nicht zufriedenstellend. "Es hat sich an Bord etwas hektisch angefühlt und wir sind dann nicht in den Flow gekommen", sagt Frederik. Auch waren die stark drehenden Winde und Flautenlöcher sehr grenzwertig in Bezug auf die Qualität der Rennen.

Am Sonntag legten die Teams morgens ab und warteten auf dem Wasser auf Wind. Gegen 11 Uhr konnte ein Rennen gesegelt werden, bevor der Start wieder für einige Stunden verschoben werden musste. Es folgte wieder ein zähes Warten auf dem Wasser mit der Hoffnung, noch einigermaßen segelbare Winde zu bekommen. Zum Nachmittag kam dann noch eine leichte Brise, so dass noch sechs Rennen gesegelt wurden. Damit waren fünf Flights voll. Leider lief es für das Team vom SMCÜ mit einem dritten und einem fünften Platz nicht wie gewünscht. "Heute sind wir seglerisch eigentlich zufrieden, leider spiegelt sich das nicht im Ergebnis wieder. Bei nur fünf Wettfahrten ist es extrem schwer einen schlechten Lauf auszugleichen", fasst Jan Fritze den Spieltag zusammen. „Auch hatten wir im letzten Rennen gleich zweimal kein Glück bei der Seitenwahl“, so Niko Mittelmeier, „wir hatten einen taktischen Plan, der Wind sah gut aus, aber wie verhext kam es auf der anderen Seite plötzlich auf“, setzt er fort. "Heute hatten wir eine gute Kommunikation, einen Plan als Team und einen guten Speed. Aber die Starts hätten besser sein können und bei den leichten Winden, kurzen Rennen und Einbahnstraßen-Kursen blieben dann wenig Überholmöglichkeiten", resümiert Michael, "mehr Rennen wären auf jeden Fall besser für uns gewesen, schade, dass wir keine Chance mehr dazu hatten, wir hatten uns mit großem Einsatz vorbereitet und wir wollten viel segeln“.

Gewonnen hat in Konstanz der Norddeutsche Regattaverein vor dem Wassersport-Verein Hemelingen und dem Bayerischen Yacht-Club. In der Gesamtwertung liegt der SMCÜ nach dem zweiten Spieltag auf dem elften Platz.

 

Der dritte Spieltag 2019 startet am 20. Juli in Travemünde. Dort segeln für den SMCÜ: Steffen Hessberger, Christian Zittlau, Sven Hessberger und Alexander Gaiser.