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25.07.2017

Opti Ü-Team

erfolgreich am Ammersee unterwegs

OPTI WHOOLING „Opti-B“ am 22./23.07.2017 beim ESC/Ammersee 

Kurz vor Ferienbeginn entschlossen sich einige Segler zusammen mit ihren Eltern die Landesgrenze in Richtung Bayern zu verlassen, um an der in Eching stattfindenden Opti Whooling Regatta auf dem nördlichen Teil des Ammersees teilzunehmen. Angereist mit einem 6-köpfigen Seglerteam und ihrem Coach Tom wollte das Ü-Team auf dem Wasser mal wieder zeigen, welches Potential in ihnen steckt. Vor Ort angekommen erwartete uns schon ein adäquater Gegner mit gleicher Gruppenstärke vom Deutschen Touring Yacht Club aus Tutzing. Nach ersten shake hands und vorsichtiger Annäherung war der gegenseitige Respekt voreinander schnell abgelegt. Neue Segelfreunde waren gefunden. 

Beim ersten Blick aufs Wasser kamen jedoch alle Segler und Trainer ins Grübeln; standen doch tatsächlich 30m vom Ufer entfernt Leute nur bis zum Knie im Wasser. Alle stellten sich die gleiche Frage: „Wie soll man bei so geringer Wassertiefe mit dem Opti bei eingehängtem Ruder vom Ufer los segeln bzw. wieder anlegen?“ Die Lösung war schier einfach. Gassi gehen mit dem Boot bis es tiefer wurde. Und bei sommerlicher Wassertemperatur eine gelungene Erfrischung vor und nach dem Rennen... 

Für Samstag lies der Wetterbericht schönstes Wetter mit einer leichten Brise aus westlicher Richtung erwarten. Das Wetter passte zwar, doch der Wind kam beim Auslaufen zum 1. Rennen noch nicht so richtig in die Gänge. Statt vorhergesagten 2 Bft. aus West waren es max. 1 Windstärke aus Ost. Der thermische Wind schien sich im abgesteckten Regattarevier zu stabilisieren und der Wettfahrtleiter nahm dieses Angebot dankend an, um die erste Wettfahrt zu starten. Konzentration und Wachsamkeit waren jetzt gefragt. Auf dem Regattagebiet einseitig durchgehende Böenfelder und drehende Winde verlangten den Seglern einiges ab, bei der Wahl der richtigen Seite. Wer am Besten von der Linie wegkam und sich schnell frei segeln konnte, wurde mit vorderen Platzierungen an der Luvboje belohnt. Abnehmender Wind machte das verkürzte Rennen zu einem Zitterspiel für die Segler. Jetzt hieß es Ruhe zu bewahren. Strotzend vor Energie und beeindruckend mit seiner Geschwindigkeit wollte er es allen zeigen: Timmi Krause vom DTYC. Scheinbar lässig nahm er jeden ins Visier, wähnte sich als momentan Führender der bayerischen Opti B-Rangliste auf dem vordersten Platz im 1. Lauf. Doch hatte er nicht mit der Coolness von unserem neuen Teammember Ines gerechnet, die ihm auf den letzten Metern vor dem Ziel den ersten Platz stibitzte. Prima Leistung! 

Was sich in dieser Wettfahrt durch die guten Einzelplatzierungen der Segler der Ü-Teams andeutete (1, 6, 7, 16, 17) sollte sich im weiteren Verlauf der Serie zu einem spannenden Duell zwischen den Seglern des DTYC und des Teams aus Überlingen entwickeln. Nach Beendigung der 1. Wettfahrt lies der Wettfahrtleiter die Segler auf dem Wasser in Erwartung auffrischenden Windes weiter ausharren. Doch vergebens. Es erfolgte der Abbruch weiterer Läufe und das frühzeitige „Einlaufen“ in den Hafen. Ein vorgezogenes Anfeuern des Grills und das gut bestückte Salatbuffet lies die (geistige) Anstrengung auf dem Wasser schnell vergessen. Beim abschließenden genußvollen Eisverzehr ließ jeder Einzelne des Teams das Geschehene vom heutigen Tage nochmals reveu passieren und machte sich Gedanken, wie die „Tutzinger“ am morgigen Wettkampftag zu knacken sind. 

Auslaufbereitschaft am Sonntag: 10:00 Uhr. Der angekündigte Westwind war endlich da und animierte den Wettfahrtleiter heute 3 Wettfahrten über die volle Distanz zu segeln. Ein anspruchsvolles Programm mit langen Kursen bei pendelnden Winden war angesagt. Und es zeigte sich mal wieder, wer gut gestartet war konnte sich im vorderen Feld festsetzen. Am Besten kamen die bayerischen Teams mit den Gegebenheiten zurecht und unterstrichen mit ihrer Performance auf der Startkreuz ihre Dominanz. „Doch abgerechnet wird erst im Ziel“, lautet eine gemein bekannte Sportlerweisheit, an die sich Ines zu erinnern schien und auf der 2. Kreuz eine beeindruckende Aufholjagd vom 13. auf den vordersten Platz hinlegte. Souverän umrundete sie als erste die Luvtonne. Wow! Mit leichtem Vorsprung machte sie sich auf den Weg das 2. Rennen mit einem Tagessieg zu beenden. Leider hatten sie und einige ihrer Verfolger anscheinend die Segelanweisungen nicht genau studiert und waren auf dem Weg zur falschen Tonne. Auch als bereits die ersten Segler einen anderen Kurs ansteuerten blieb sie ihrer Linie treu und umrundete die für sie vermeintlich richtige Bahnmarke. Damit war der Tagessieg leider dahin. Doch Consti ergriff die Chance und setzte mit seiner Schnelligkeit auf dem Vorwindkurs den neuen Erstplatzierten unter Druck. Es sah so aus, als würde Consti den Platz von Ines ausfüllen können. Ein nicht richtig eingeschätzter Winddreher auf der Zielkreuz machte jedoch ein Platz unter den Top 5 zunichte. Schade! 

Der anschließende 3. Lauf war an Spannung nicht zu überbieten und sollte den gelungenen Auftritt des Ü-Teams an diesem Wochenende unterstreichen. Lili erwischte einen tollen Start und konnte sich gleich in der Spitzengruppe festsetzen. Timo, Nici, Ines und Consti kamen ebenfalls gut aus den Startlöchern und waren im vorderen Drittel der Startkreuz dabei. Positionen, die im weiteren Verlauf der 1. Runde manifestiert werden konnten. Es folgte die 2. Kreuz: die linke Seite schien favorisiert. Einige Segler des Ü-Teams wählten die defensive Variante und blieben in der Mitte der Kreuz. Leider zum Nachteil bisher gut ersegelter Positionen. Lili heftete sich an Timmi vom DTYC und beide segelten in trauter Zweisamkeit auf die linke Seite. Ihr beider Mut zum Risiko, sich vom gesammten Feld zu lösen, wurde mit vorderen Plätzen belohnt. Konzentriert verteidigte Lili ihre Position bis ins Ziel und konnte das Rennen mit einem 4. Rang abschließen. Top! 

Fast unbemerkt arbeitete sich Consti auf der 2.Kreuz an die Spitze vor und reihte sich an 3. Position zwischen Timmi (2.) und Lili (4.) an der Luvmarke ein. Auf dem letzten Vorwindkurs wurde nochmals durch geschnauft und die finale Angriffstaktik für den Endspurt durchdacht. Consti war fest entschlossen, seinem neuen Segelfreund Timmi die Zähne zu zeigen. Es begann ein spannendes Kopf-an- Kopf-Duell auf Augenhöhe. Auf den letzten Metern der Zielkreuz konnte sich Consti in die begünstigte Lee-Position bringen, Timmi durch geschicktes Anluven ausbremsen und ihn bis zum Zieldurchlauf in Schach halten. Gratulation! 

Ines fand im 3. Rennen leider nicht mehr zu ihrer gewohnten Stärke zurück und haderte noch mit den Nachwehen des verpatzten 2. Laufes. Trotzdem tolle Performance mit viel Potential nach oben! 

Als Opti-Neueinsteiger überzeugte Timo mit konstanter Leistung in den ersegelten Platzierungen und guten Ansätzen bei seiner 3. Regatta-Teilnahme. Weiter so! 

Kompliment an „Nici“, für den Jüngsten im Team, der als einziger Opti-C Segler im B’ler-Feld alle Läufe mit vollem Einsatz und Leidenschaft in voller Länge absolviert hat. Super! 

Finales Ergebnis des Ü-Teams bei 24 gestarteten Teilnehmern: 

4. Consti Troeger BYCÜ 7. Ines Riedel YCSI 9. Lili Schwaab BYCÜ 

17. Timo Dähn SMCÜ 19. Nici Troeger BYCÜ 

Fazit: 

Es war ein tolles und vor allem spannendes Weekend bei den Bayern!
Auch wenn das Battle diesmal noch für die Tutzinger positiv ausgegangen ist (Platz 1 und 2 in der Gesamtwertung), hat das Ü-Team gezeigt das mit ihnen zu rechnen ist. Das nächste Mal klappt’s bestimmt... 

Ein Dankeschön auch an die mitgereisten Eltern für ihre Unterstützung beim Transport und Hilfe vor Ort. Ebenso ein Dank an die vielen helfenden Händen im Hintergrund, die die Logistik und den Bootstransport vorbereitet haben. 

Bericht © Tom Loewen
Fotos © Tom Loewen/Tamara Riedel